Kontext der Heiratsurkunde
Heiratsregister gehören wohl zu den wichtigsten Arten von Personenstandsunterlagen in der genealogischen Forschung. Sie verbinden nicht nur zwei Familien miteinander, sondern können auch Informationen zur Überprüfung von Geburtsdaten, Eltern oder früheren Ehen liefern. Die meisten Kirchenbücher vor dem 19. Jahrhundert wurden in Absatz- oder Satzform verfasst, aber es ist nicht ungewöhnlich, diese Aufzeichnungen bis zum frühen 20. Jahrhundert zu finden. Diese Arten von Aufzeichnungen enthalten möglicherweise mehr Informationen als Aufzeichnungen im Tabellenformat, sind aber auch schwieriger zu lesen. Zum besseren Verständnis der Sprache, die in diesen Aufzeichnungen zu finden ist, bietet das BYU German Script Tutorial auch eine Liste von häufig vorkommenden Vokabeln in Heiratsaufzeichnungen.
Inhalt der Heiratsurkunde
Heiratsakten enthalten:
- das Datum der Eheschließung oder das Datum der Ausrufung der Eh
- den Namen des Bräutigams
- den Namen der Braut (oder den ihres verstorbenen Ehemannes, falls ein solcher existiert)
Darüber hinaus ist es üblich, Folgendes zu finden:
- Der Beruf des Bräutigams
- Der Stand des Bräutigams
- Der Wohnort des Bräutigams
- Das Geburtsdatum des Bräutigams
- Der Name des Vaters des Bräutigams*
- Der Name der Mutter des Bräutigams
- Das Geburtsdatum der Braut
- Der Geburtsort der Braut
- Der Name des Vaters der Braut (oder der eines verstorbenen Ehemanns)
- Der Beruf des Vaters der Braut (oder der eines verstorbenen Ehemanns)
- Der Stand des Vaters der Braut (oder der eines verstorbenen Ehemanns)
* Fehlt der Name des Vaters des Bräutigams im Kirchenbuch, kann das auf eine uneheliche Geburt hindeuten. Es ist jedoch auch möglich, dass der Bräutigam verwitwet war, ohne dass dies ausdrücklich vermerkt wurde. Ein Blick auf die Einträge in der Umgebung kann helfen: Wird dort der Witwenstatus anderer Männer angegeben, spricht das für eine bewusste Auslassung – fehlt dieser Hinweis generell, könnte es sich um eine Eigenheit des Schreibers handeln. Ähnlich ist es, wenn der Name des Brautvaters nicht erwähnt wird. Elternangaben können auch fehlen, wenn es sich um einen Doppelteintrag aus einer anderen Pfarrei handelt.
Beispiele für Heiratsurkunden
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Beispiel für ein typisches Absatzformat:
Dieses Beispiel enthält die Geburtsdaten beider Personen in den Anmerkungen.
Beispiel für ein Satzformat:
Beispiel für eine typische Tabellenform:
Nach dem 19. Jahrhundert wurden die meisten Kirchenbücher in der Regel in tabellarischer oder gedruckter Form geführt. Tabellarische Formen sind leichter zu lesen, enthalten aber in der Regel weniger Informationen.
- Franz Niklaus König, Bräuche, Hochzeit, Trauung, 1803, Gemälde, Digitales Bild, Wikimedia Commons (https://en.wikipedia.org; Zugriff am 24. Juni 2024). Dieses Bild ist gemeinfrei.